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Carl Michael Bellman
 

bellman
 

Dichter und Sänger des Stockholmer Rokoko, geboren 1740, gestorben 1795. Von bester bürgerlicher Herkunft, in einem bürgerlichen Beruf jedoch niemals angelangt, führte Bellman in den sechziger Jahren das Leben eines Bohémiens, die untersten Niederungen der verarmten, aber nichtsdestotrotz "außerordentlich durstigen" und sinnenfreudigen Stockholmer Mittel- und Unterschichten durchschreitend und besingend. Aus dem Munde seines Alter ego, Fredmans, des Uhrmachers ohne Uhr und Werkbank, läßt er seine saftigen Beschreibungen einer verdächtig lebensnahen Phantasiepersonnage erklingen, im Stile bacchantisch-rokokoös und gleichzeitig schon frappant naturalistisch erfaßt, auf Weisen, die sich an gängigen Singspielmelodien orientierten. Freilich läßt sich eines wahren Meisters Stil kaum in literaturhistorischen Schubladen beerdigen. Das Wesen von Bellmans Kunst ist zutiefst human: keine Mode, keine Scheu, nicht Stereotyp noch Tabu haben irgendetwas mit Bellmans Blick auf den Menschen zu tun, wie er ihn fand, jubelnd, liebend, geistvoll oder roh, wild und kraftstrotzend, krank, sterbend, oberflächlich oder zärtlich.

Bellmans Lebenslauf wie sein Schaffen nahmen bedeutende Wendungen: ab 1772 avancierte er zum Günstling des jungen schwedischen Aufklärerkönigs Gustafs III. Zwar konnte Bellman in der folgenden Zeit sein finanziell krankendes Bohémien-Dasein nie so ganz ab- und auf feste Fundamente stellen, dennoch aber in den siebziger und achtziger Jahren gesittet überleben, seinen Stil verfeinern und schließlich, einigen Widrigkeiten zum Trotz, sogar rund einhundertfünfzig seiner schönsten Lieder im Druck veröffentlichen. Dann aber, nach der Ermordung Gustafs III. durch eine von diesem politisch geplagte Adelsclique, wurde es auch für Bellman wieder wirtschaftlich enger. Die Schwindsucht packte ihn, und er starb mit 55 Jahren in Stockholm, das er zeit seines Lebens so gut wie nie verlassen hatte. 

Sein skandinavienweiter Ruhm aber schwoll erst im 19. Jahrhundert so richtig an, und man kann sagen, daß Carl Michael Bellman bis heute wohl der berühmteste schwedische Dichter überhaupt ist, wenngleich im übrigen Europa viel weniger bekannt. In Deutschland erlebte Bellmans Werk Mitte des 19. Jahrhunderts, dann nach der Jahrhundertwende und schließlich in den sechziger und siebziger Jahren des 20. Jahrhunderts bedeutende Rezeption. Und wenn nicht alles täuscht, scheint man auch Anfang des 21. Jahrhunderts in Deutschland wieder einem der größten abendländischen Dichter gerecht werden zu wollen.

Andreas Frye

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